Heterosexualität hinterfragen: Wenn sich hetero sein nicht (mehr) richtig anfühlt
- Jana Janssen
- 29. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Selbstbild und Sexualität
Manchmal verändert sich etwas, ohne dass es dafür sofort Worte gibt. Vielleicht hast Du dich lange als heterosexuell verstanden, und plötzlich fühlt sich dieses Bild nicht mehr ganz passend an. Nicht unbedingt falsch, aber auch nicht mehr selbstverständlich. Doch Du fängst an deine Heterosexualität zu hinterfragen. Dieses Gefühl kann irritieren, gerade weil es etwas betrifft, das lange klar schien. So war es vor etwa 3 Jahren bei mir. In einer glücklichen heterosexuellen Partnerschaft. Ein vertrautes Selbstbild gibt Halt. Es ordnet Erfahrungen, Beziehungen und Zukunftsvorstellungen. Wenn dieses Bild ins Wanken gerät, entsteht oft Unsicherheit. Gleichzeitig meldet sich etwas anderes: der Wunsch, ehrlich mit sich selbst zu sein und das ernst zu nehmen, was sich innerlich zeigt. Zwischen dem Bedürfnis nach Sicherheit und dem der Neugierde zu stehen, kann anstrengend und verwirrend sein.
Widersprüchliche Gefühle sind kein Fehler
Viele Menschen möchten in solchen Momenten schnell Klarheit schaffen. Eine eindeutige Antwort, eine Entscheidung, einen neuen Begriff. Doch nicht jede Veränderung braucht sofort eine Einordnung. Widersprüchliche Gefühle sind kein Zeichen von Orientierungslosigkeit, sondern oft ein Hinweis darauf, dass sich etwas neu sortiert. Das auszuhalten ist nicht leicht, kann aber entlastend sein, wenn der Druck nachlässt, „es jetzt wissen zu müssen“.
Deine Bedürfnisse als Kompass
Vielleicht geht es im ersten Schritt weniger darum, Deine Sexualität neu zu definieren, sondern darum, genauer hinzuschauen: Welche Bedürfnisse zeigen sich gerade? Was fühlt sich stimmig an? Orientierung entwickelt sich häufig über solche Beobachtungen und weniger über schnelle Festlegungen. Alte Selbstbilder loszulassen braucht Zeit. Du darfst dir diese Zeit nehmen und den Prozess in Deinem eigenen Tempo gestalten.
Vielleicht startest Du mit der Frage:
Was verändert sich gerade in meinem Erleben und was brauche ich, um mich dabei sicher zu fühlen?
Deine Heterosexualität hinterfragen: Begleitung im Coaching
Wenn Du merkst, dass Dich diese Fragen beschäftigen und Du sie nicht allein sortieren möchtest, begleite ich Dich im systemischen Coaching dabei, genauer hinzusehen. Gemeinsam schaffen wir einen klaren, sicheren Rahmen, in dem alles Platz haben darf: Unsicherheit, Neugier, Angst, Hoffnung. Und vielleicht auch erste leise Ahnungen davon, wer Du noch sein könntest.

Im Coaching können wir unter anderem darauf schauen:
Bedürfnisse wahrnehmen: Was wünschst Du Dir in Beziehungen, Nähe und Sexualität wirklich?
Innere Spannungen verstehen: Wo stehst Du zwischen Erwartungen (von Dir selbst oder anderen) und dem, was sich stimmig anfühlt?
Veränderung Schritt für Schritt angehen: Nicht alles auf einmal, sondern in einem Tempo, das sich für Dich sicher genug anfühlt.
Du musst diesen Weg nicht alleine gehen. Dein inneres Erleben ist richtig, auch, wenn es (noch) nicht definiert ist.
Love
Jana

